Keine Entwarnung: Frist verlängert

Janur 2020

Unsere erhoffte schöne Bescherung fiel 2019 aus. Das Innenministerium hat den Regionalplan für unsere Region nicht in der vorliegenden Fassung genehmigt. Es macht nun stattdessen Gebrauch von seiner Möglichkeit einer Fristverlängerung um sechs Monate bis zum 24. Juni 2020.
Gegenüber dem RPV wurde die Inanspruchnahme der Fristverlängerung mit den Koalitionsverhandlungen und der anstehenden Regierungsbildung begründet.
Optimisten mögen nun sagen: gut Ding will Weile haben… Pessimisten schwant hingegen Böses, denn sie sehen schwarz-grüne Wolken am Horizont…
Kann die Rödernsche Heide nun doch noch Windvorranggebiet und damit ein Windpark werden? Die Beantwortung dieser Frage ist an den Ausgang des Verfahrens geknüpft und hängt wesentlich von den Inhalten des Genehmigungsbescheides ab. Die Koalition aus CDU, Grünen und SPD, die Sachsen seit Dezember regiert, hat in ihrem Koalitionsvertrag festgeschrieben, dass es mit ihr keine Windkraftanlagen im Wald geben wird.
AN DIESEM VERSPRECHEN WERDEN WIR DIE HANDELNDEN AKTEURE IN DER LANDESPOLITIK MESSEN.

Warten auf die Bescherung

Dezember 2019
Nicht nur die Kinder warten dieses Jahr gespannt auf die Bescherung – wir auch! Für die letzten Tage des Jahres ist ein Bescheid aus dem Innenministerium angekündigt. Sein Inhalt: Die Genehmigung des beschlossenen Regionalplanes. Hoffentlich! Falls diese so nicht kommt, könnte eine neue Runde im Kampf um den Erhalt der Rödernschen Heide und gegen die Ausweisung von Vorrangflächen für die Windenergie dort anstehen.
An dieser Stelle möchten wir uns hiermit bei allen bedanken, die unser Anliegen und Engagement in 2019 unterstützt haben. Wir wünschen allen Freunden unserer BI: „Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr!“

Einladung zur Herbstwanderung

November 2019
Die BI Gegenwind Rödernsche Heide mit ihrem Mitstreitern möchten auch in diesem Jahr wieder recht herzlich zu einer Herbstwanderung einladen. Am 10.11.2019 vormittags werden wir durch die Moritzburger Kleinkuppenlandschaft streifen.
Wir freuen uns sehr, dass wir für diese Exkursion Herrn Schrack von der „Fachgruppe Ornithologie Großdittmannsdorf“ als unseren Guide gewinnen konnten. Als ausgewiesener Kenner der Region wird Herr Schrack uns die Schönheit und Besonderheit dieser wunderbaren Landschaft mit ihrer einzigartigen Flora und Fauna nahe bringen. Die Wanderung wird etwa zwei Stunden dauern.
Treffpunkt ist um 10 Uhr ein kleiner Parkplatz an der A13, Autobahnabfahrt Marsdorf.
Anfahrt/Wegbeschreibung aus Radeburg zum Treffpunkt:
Auf der A13 in Richtung Dresden fahren und die Autobahn an der nächsten Abfahrt (Marsdorf) wieder verlassen. Dann die Fahrtrichtung Weixdorf (links) wählen und die Autobahn auf der Brücke überqueren. Sofort – rechter Hand – erscheint ein unbefestigter Parkplatz. Dort halten. Ab da fahren wir mit Herrn Schrack und den Fahrzeugen weiter zum Ausgangspunkt unserer Tour.
Wir freuen uns auf zahlreiche Gäste!

Wir müssen bangen und können nur hoffen

September 2019

Zieht da wieder ein Sturmtief über der Rödernsche Heide auf? Nach der Landtagswahl in Sachsen und vor den Sondierungsgesprächen für eine schwarz-grün-rote Regierung müssen wir uns wieder sorgen und kampfbereit in Stellung bringen. Der neue Regionalplan für Dresden und die Landkreise Meißen und Sächsische Schweiz-Osterzgebirge ist beschlossen, aber noch nicht genehmigt. Der Machtgewinn der Grünen könnte nun dafür sorgen, dass der Ausbau der Windenergie hierzulande neue Dimensionen erreicht und das verabschiedete Planungspapier in der Tonne landet.
Aber der Reihe nach: Am 24. Juni 2019 beschloss die Verbandsversammlung des Regionalen Planungsverbandes Oberes Elbtal/Osterzgebirge den neuen Regionalplan
für die gleichnamige Planungsregion. Das Windkraft-Vorranggebiet „Rödernsche Heide“ ist darin nicht verzeichnet! Ein Sieg der Vernunft – ein Erfolg der Kampfes der Freunde der Heide, der Naturschützer sowie unserer Bürgerinitiative mit ihren zahlreichen Unterstützern. Explizit erwähnt sei dabei Sebastian Fischer als jetzt abgewählter CDU-Landtagsabgeordneter.

Insgesamt sechs Jahre brauchte man um, das Planverfahren abzuschließen. Für uns waren das sechs nervenaufreibende Jahre mit zeitfressenden, politischen Auseinandersetzungen um den Ausbau der Windenergie und die damit eingepreiste Zerstörung unserer Heide.
Das Absegnen des neuen Regionalplanes durch die Verbandsversammlung stellte da einen Meilenstein auf dem Weg zu dessen Wirksamwerden dar. Nun bedarf es noch der Genehmigung durch das Sächsische Staatsministerium des Innern (SMI). Erst mit öffentlicher Bekanntmachung der Erteilung der Genehmigung im Amtlichen Anzeiger des Sächsischen Amtsblattes wird der neue Regionalplan wirksam und löst dann den Regionalplan 2009 und die Ziele zur Windenergienutzung aus dem 2003 wirksam gewordenen Teilregionalplan Windenergie in der Region ab.
Also, das SMI ist jetzt am Zug. Auf Anfragen vor der Wahl teilte das Ministerium mit, dass es ein halbes Jahr prüft und sich Stellungnahmen von anderen Ministerien einholt. Erst danach wird entschieden und genehmigt…
Drücken wir uns allen die Daumen, dass in diesen sechs Monaten nicht die Arbeit von sechs Jahren zunichte gemacht wird!

Leserbrief zum Artikel „Der Windkraftlobby läuft die Zeit weg“ in der Sächsischen Zeitung vom 17./18. 8. 2019

Von Ralph Zimmermann
Grundsätzlich ist es sehr zu begrüßen, dass unser Ministerpräsident derzeit von 2000m Mindestabstand zur Wohnbebauung spricht und das er Windkraft über Wald kategorisch für Sachsen ausschließt. Das ist ein Weg in die richtige Richtung. Angesichts der verheerenden Sturmschäden und der aktuellen Borkenkäferplage im sächsischen Wald, das Gebot der Stunde! Nur die SPD und die Grünen haben den Schuss nicht gehört. Das schürt Besorgnis beim Bürger hinsichtlich möglicher Koalitionen nach der Wahl und sich daraus ergebenden Belastungen für Mensch und Natur.
Denn vor allem trägt die Bevölkerung im ländlichen Raum die Hauptlast der sogenannten Energiewende. Über die massiven negativen Auswirkungen kann sich jeder im Netz informieren oder Mitstreiter der örtlichen Bürgerinitiativen befragen. Windräder sind für unsere Energieversorgung so überflüssig wie ein Kropf. Sie sind Zufallsstromerzeuger und jedes Megawatt installierter Leistung braucht ein konventionelles Pendant. Solange es also nicht die entsprechende Speichertechnik gibt, ist jeder weitere Ausbau verantwortungslos. Dieses Signal kann aber nur aus Berlin kommen. Ebenso das Ende der Privilegierung von Windkraftanlagen im Baurecht und die Abschaffung des EEG.
Den Schutz der Bevölkerung und des Waldes hat die Landes CDU wie oben genannt im Blick. Das ist gut so und ein wichtiges Signal in Richtung Berlin. Allerdings wird sie sich auch an diesem Versprechen messen lassen müssen! Für die CDU dürfte die richtige Antwort auf diese Probleme derzeit existenziell bedeutsam werden. In der großen Stadt gibt es für die CDU nicht viel zu holen. Das Wählerpotenzial liegt schwerpunktmäßig in der Landbevölkerung und nimmt selbst dort kontinuierlich ab. Die letzte Chance also, glaubhaft zu klären wer der Anwalt des ländlichen Raumes ist und für gleiche Lebensbedingungen in Stadt und Land einzutreten. Eine Anbiederung an den grünen Zeitgeist mittels Koalition dürfte vielleicht den Großstadtbewohner zufriedenstellen.
Auf dem Land hätte die CDU damit aber ein dickes Glaubwürdigkeitsproblem – auch für die Zukunft.
Warum der Innenminister derzeit, den vor Wochen vom RPV Oberes Elbtal Osterzgebirge verabschiedeten Regionalplan nach vielen Jahren Planung nicht unterschreibt, war bis zum 22.8. nicht in Erfahrung zu bringen.